Wo schlafen Hunde eigentlich?
- Haus der Tiere

- 16. Aug.
- 5 Min. Lesezeit
Immer wieder werden wir gefragt, wo unsere Hunde eigentlich schlafen und ausruhen.
Gerade weil unsere Hunde bei uns nicht einfach in einzelnen Zimmern untergebracht sind, sondern mitten in unserem Familienalltag leben, ist das natürlich eine spannende Frage.

Und wir verstehen gut, dass man gerne einmal sehen würde, wie das bei uns tatsächlich aussieht. Unsere privaten Räume können wir allerdings nicht einfach für Besucher öffnen oder öffentlich zeigen – insbesondere dann nicht, wenn wir gerade Hunde bei uns haben, die sehr sensibel auf fremde Menschen oder neue Situationen reagieren. (Dazu heissen Ruhebereiche so, damit Hunde sich doch in Ruhe ausruhen können ohne gestört zu werden.)
Deshalb möchten wir euch heute auf diesem Weg ein kleines Stück mitnehmen und zeigen, wie unsere Hunde bei uns leben – und wie wir nachts für Ruhe und Sicherheit sorgen.
Bei uns leben Hunde nicht einfach „in Zimmern“
Unsere Hunde leben bei uns. Im familiären Rahmen, in kleinen Gruppen und mitten in unserem Alltag. Im Wohnzimmer, im Garten, beim Spaziergang, beim gemeinsamen Chillen und natürlich auch während unserer täglichen Beschäftigung. Nur für ganz spezielle Kandidaten können wir ansehen ob ein separates Zimmer sogar gewünscht wird, doch dies auch nur für Ruhezeiten.
Genau das macht unsere Betreuung aus: Wir verbringen den Tag mit unseren Hunden und können dadurch sehr genau beobachten, wie es jedem einzelnen Hund geht und wie sich die Dynamik innerhalb der Gruppe entwickelt.
Denn natürlich ist jeder Hund anders:
Es gibt den Jäger, der plötzlich sehr spannend findet, was sich am anderen Ende des Gartens bewegt.
Den jungen Hund, der noch lernen muss, dass nicht jeder andere Hund automatisch zum Spielen aufgefordert werden möchte.
Den aufgeregten Hund, der auch nach dem dritten „Jetzt ist aber Feierabend“ noch nicht so ganz davon überzeugt ist.
Und Hunde, die irgendwann einfach einen ruhigen und klar abgegrenzten Bereich brauchen.
Das gehört für uns zu einer guten und verantwortungsvollen Gruppenhaltung dazu.

Tagsüber: mitten im Geschehen
Während des Tages sind unsere Hunde nicht einfach irgendwo untergebracht.
Wir sind gemeinsam im Garten, gehen spazieren, trainieren, spielen, ruhen uns aus oder entspannen gemeinsam im Wohnzimmer.
Dabei können wir die Hunde individuell beobachten und darauf reagieren, wenn sich innerhalb der Gruppe etwas verändert.
Manchmal braucht ein Hund mehr Abstand.
Manchmal braucht einer eine Pause.
Und manchmal ist es einfach sinnvoll, zwei Hunde für eine gewisse Zeit voneinander zu trennen.
Das bedeutet nicht, dass die Gruppenhaltung nicht funktioniert. Im Gegenteil.
Gute Gruppenhaltung bedeutet für uns auch, zu erkennen, wann Management sinnvoll ist.
Und dann kommt die Nacht - wo schlafen die Hunde?
Nachts verändert sich die Situation ein wenig. Wir können dann natürlich nicht jede Bewegung innerhalb der Gruppe genauso aufmerksam begleiten wie während des Tages.
Und wir tragen die Verantwortung für jeden einzelnen Hund, der bei uns ist.
Deshalb setzen wir – je nach Hund und Situation – manchmal Welpengitter ein.
Und genau hier kommt ein kleiner, aber wichtiger Unterschied ins Spiel:
Ein Welpengitter ist keine Gitterbox und schon gar keine Transportbox.
Die beiden Dinge erfüllen einen völlig unterschiedlichen Zweck.
Ein Welpengitter schafft einen eigenen Bereich
Wenn wir nachts ein Welpengitter aufstellen, bedeutet das nicht, dass ein Hund in einer kleinen Box schlafen muss.
Das Gitter wird bei uns so aufgestellt, dass ein grosszügiger, abgetrennter Bereich innerhalb unseres Wohnraums entsteht.
Je nach Hunden und Situation befinden sich darin:
ein bequemes Bett
eine weitere Liegefläche oder ein Sofaelement
Wasser natürlich
ein Rückzugsort
ausreichend Bewegungsfläche
vielleicht eine Decke als Sichtschutz über das Gitter hängend
und natürlich alles, was der jeweilige Hund für eine ruhige Nacht benötigt
Das Gitter steht dabei häufig quer durch unser Wohnzimmer und grenzt einen Teil des gesamten Wohnbereichs ab.
Der Hund (oder die Hunde) bleibt also weiterhin mitten in unserem Wohnraum – nur eben in einem sicheren und klar abgegrenzten Bereich.
Und genau das ist ein ziemlich grosser Unterschied zu einer Transportbox.
Boxen dürfen betreten und verlassen werden wann sie möchten.
Warum überhaupt abtrennen?
Weil Gruppenhaltung nicht bedeutet, dass alle Hunde 24 Stunden am Tag alles gemeinsam machen müssen. Im Gegenteil.
Ein Hund kann tagsüber wunderbar mit der Gruppe funktionieren und zum ausruhen oder bei der Futteraufnahme trotzdem einen eigenen Bereich benötigen.
Vielleicht wird er nachts unruhig.
Vielleicht reagiert er auf Geräusche.
Vielleicht möchte er unbedingt hinter etwas her, das sich bewegt.
Oder vielleicht ist er einfach ein Hund, der mit etwas mehr räumlicher Begrenzung besser zur Ruhe kommt.
Oder gar Angst hat wenn andere zu ihm kommen. (Altersunterschiede, Grössenunterschiede, Charakterunterschiede, ...)
Dann ist es unsere Aufgabe, einen passenden Rahmen zu schaffen.
Wir möchten nicht darauf vertrauen, dass die Hunde solche Situationen nachts einfach untereinander regeln, wenn Störpotentiale da sind.
Wir übernehmen das Management.
Sicherheit und Ruhe – auch nachts
Unsere Aufgabe ist nicht, unseren Hunden möglichst viele Grenzen zu ersparen.
Unsere Aufgabe ist es, ihnen einen sicheren und passenden Rahmen zu geben.
Dazu gehört auch, mögliche Konflikte möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen.
Gerade nachts kann ein Welpengitter deshalb ein sehr sinnvolles Managementinstrument sein.
Nicht als Strafe.
Nicht als „Wegsperren“.
Und auch nicht als Entzug von Bewegung, Beschäftigung oder sozialen Kontakt.
Sondern als räumliche Trennung innerhalb unseres Wohnbereichs, wenn ein Hund sie gerade braucht.
Und wie viel Platz hat ein Hund dabei?
Mehr, als das Wort „Gitter“ vielleicht vermuten lässt.
Bei der Gestaltung unserer abgetrennten Bereiche achten wir darauf, dass ausreichend Platz zum Liegen, Aufstehen, Positionswechsel und Bewegen vorhanden ist.
Ein entsprechend grosszügig aufgestelltes Welpengitter kann dabei einen beträchtlichen Teil unseres Wohnzimmers einnehmen und erfüllt garantiert die gesetzlichen Mindestvorgaben.
Bei zwei Hunden zwischen 20 und 45 kg beträgt die gesetzlich vorgeschriebene Fläche für unsere Haltungsform 8 m². Diese Fläche werden wir bei unseren abgetrennten Bereichen problemlos überschreiten.
Es geht also nicht darum, einen Hund auf möglichst kleinem Raum unterzubringen.
Es geht darum, einen grosszügigen Bereich sicher zu begrenzen, der den Anforderungen der Hunde entspricht.
Gruppenhaltung bedeutet nicht grenzenlose Freiheit
Vielleicht ist genau das etwas, das man nicht immer sofort bedenkt.
Unsere Hunde dürfen bei uns sehr viel.
Sie erleben Familienleben.
Sie bewegen sich im Garten.
Sie gehen spazieren.
Sie bekommen Beschäftigung, Kontakt, Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten.
Sie dürfen denken und kommunizieren.
Aber Freiheit funktioniert nur dann gut, wenn sie mit Verantwortung verbunden ist.
Und manchmal bedeutet verantwortungsvolle Betreuung eben auch:
Eine Tür zu schliessen.
Ein Gitter aufzustellen.
Abstand zu schaffen.
Oder einen Hund für die Nacht von einem anderen zu trennen.
Nicht, weil wir ihn „einsperren“ möchten.
Sondern weil wir möchten, dass alle Hunde sicher und entspannt durch die Nacht kommen und am nächsten Morgen wieder gemeinsam in den Tag starten können.

Ein kleiner Einblick in unseren Alltag
Vielleicht bekommt ihr durch diesen Beitrag einen Eindruck wo unsere Hunde schlafen.
Die Bilder zeigen euch nicht einfach einen Hund hinter einem Gitter. Sie zeigen Hunde, die weiterhin mitten in unserem Wohnbereich leben, aber für die Nacht einen eigenen, sicheren und grosszügigen Bereich bekommt, sofern dies nötig ist.
Und die Transportbox auf dem Foto ist wiederum etwas ganz anderes.

Sie dient dem sicheren Transport eines Hundes oder kann bei offenen Türen – wenn ein Hund entsprechend daran gewöhnt ist und es die Situation zulässt – auch kurzfristig als Rückzugs- oder Unterbringungsmöglichkeit eingesetzt werden.
Welpengitter und Transportbox sind also zwei völlig unterschiedliche Dinge.
Und weil wir unsere privaten Räume nicht einfach für jeden öffnen können, freuen wir uns, euch auf diesem Weg zumindest ein kleines Stück von dem zu zeigen, was sonst nur unsere Hunde und wir zu sehen bekommen.
Denn manchmal sagt ein Bild tatsächlich mehr als tausend Worte. ❤️ Doch sind Bilder auch Momentaufnahmen/ Ausschnitte einer Situation! Bei Rückfragen stehen wir daher sehr gerne zur Verfügung, wir wissen wie schnell etwas missverstanden werden kann, nur weil man im Text nicht explizit darauf hingewiesen wird.
Das die Boxen die zu sehen sind, offen stehen
Das auf den Hunde angepasste Liegeflächen (Bett, Sofa, Verstecke) angeboten werden.
Das je mehr Hunde, je mehr Wassernäpfe zur Verfügung stehen.
etc. etc. etc.
😉 wir sind nicht scheu, fragt einfach wenn etwas unklar ist nach.
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